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72 Stunden - The Next Three Days| Kritik 8/10

Kinostart
20.01.2011



Handlung

Wie plant man einen Gefängnisausbruch, ohne je einen Tag hinter Gittern verbracht zu haben? Vor diese schier unlösbare Aufgabe wird John Brennan (Russell Crowe) gestellt, als seine Frau Lara (Elizabeth Banks) aus heiterem Himmel wegen eines Mordes verhaftet wird, den sie nicht begangen haben will. Der College-Dozent verzweifelt fast daran, Laras Unschuld zu beweisen und seine Familie zusammenzuhalten. Doch als Lara auch in letzter Instanz verurteilt wird und nur knapp einen Selbstmordversuch überlebt, startet John eine irrwitzige Rettungsaktion: Mit Hilfe eines ehemaligen Gefängnisinsassen (Liam Neeson), viel Improvisationstalent und obwohl alles gegen ihn spricht, entwickelt John den perfekten Ausbruchsplan. Als Lara in ein anderes Gefängnis verlegt werden soll, bleiben nur noch 72 Stunden, in denen John alles riskieren muss wofür er bisher gelebt hat.


Filmkritik | 72 Stunden - The Next Three Days

Die Vorlage zu "72 Stunden - The Next Three Days" wurde einst in Frankreich produziert und hierzulande leider nur auf DVD veröffentlicht. "Ohne Schuld" hieß der Titel, den Oscarpreisträger Paul Haggis nun neu verfilmte. Obwohl der Streifen in der Werbung eher als Actionfilm mit dem Schwerpunkt auf der Flucht aus dem Gefängnis beworben wird, legte Haggis seinen Focus eher auf die Darstellung seiner Charaktere. Man sollte also seine Erwartungen in eine etwas andere Richtung lenken, wenn man sich in den Kinosaal begibt.

Elizabeth Banks als verhaftete Lara Brennan muss über Jahre hinweg unter den Konsequenzen ihrer Verhaftung leiden und spielt diese Rolle mehr als glaubhaft. Auch Russell Crowe in der Rolle ihres Ehemannes nimmt man sein Leiden ab, das er authentisch verkörpert. Haggis klinkt sich dabei sehr schnell aus dem Mordprozess aus und richtet sein Augenmerk auf die Auswirkung der Verhaftung auf Lara und ihre Familie. Die Probleme spitzen sich zu und es wird klar, wie schwer eine Familie durch einen derartigen Vorfall belastet wird. Russell Crowe verkörpert dabei nicht den strahlenden Helden, sondern den authentischen Familienvater, der seine eigenen Grenzen überwinden muss und sich ins Milieu der Kriminalität begibt, um seine Familie letztlich wieder vereinen zu können. Mit Rückschlägen muss er dabei ebenfalls zurecht kommen und Versuchungen widerstehen. Es ist ein Lernprozess, der ungekünstelt wirkt. Auch Elisabeth Banks ist weit von ihrem Image als lustige Komödiantin entfernt. In ihrer Rolle als Lara Brennan spielt sie die wohl beste dramaturgische Leistung ihrer bisherigen Karriere. Beiden nimmt man ihre Rollen als verzweifeltes Ehepaar zu jeder Sekunde des Streifens ab.

Glaubwürdig wirkt "72 Stunden - The Next Three Days" dabei nicht nur, weil es das Paar bei seinen Planungen und der letztlich erfolgenden Flucht beleuchtet, sondern auch weil es den verfolgenden Cop clever und sympathisch wirken lässt. Dieser Spagat gelingt im Kino nur selten, wurde hier aber beeindruckend gut gelöst. Abgerundet wird der Streifen von seiner mitreißenden Kameraführung, die oftmals mit ruhigen Bildern punktet, in den entscheidenden Momenten aber Spannung und Action vermittelt. Wer sich von dem Trailer nicht blenden lässt, erlebt mit "72 Stunden - The Next Three Days" einen spannenden und emotionalen Streifen.


Filmkritik von Gastautor

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Bilder / Fotos

72 Stunden - The Next Three Days

© Kinowelt Filmverleih

Kommentare


Marcus
06.06.2011, 01:31:13
Selber Film wie "Ohne Schuld". Nur etwas gändert und schon soll er superklassetoll sein...
Schaut erst einmal den von 2008 an und entscheided selbst!
Claudia
20.02.2011, 14:14:16
Ich verstehe nicht, warum Lara nach ihrer Verhaftung im Gefängnis plötzlich rotes Haar hat, während sie vorher blond war. Es dauert mindestens 1 Jahr bis die Farbe bei der Haarlänge rauswächst. Wenn man einen verwahrlosten Effekt durch den Gefängnisaufenthalt darstellen wollte, hätte man die Haarfarbe nicht ändern müssen. Ich habe erst gedacht, es seien 2 Schauspielerinnen.. Ausserdem wirkte diese Schauspielerin an der Seite von Russel Crowe nicht wie seine Ehefrau sondern eher wie seine Schwester. Die Weinszene wirkte typisch amerikanisch theatralisch unecht. Ich fand nicht, dass sie so überzeugt hat. Und ich verstehe nicht: Warum kam das Original "Ohne Schuld" nicht ins Kino? "72 Stunden" ist eine Kopie, diese wird hochgelobt, während das Original unter den Tisch fällt. Warum?

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Steckbrief
Regie
Paul Haggis

Darsteller
Brian Dennehy, Daniel Stern, Elizabeth Banks, Helen Carey, Lennie James, Liam Neeson, Michael Buie, Moran Atias, Olivia Wilde, Russell Crowe, Ty Simpkins

Genre
Drama, Romantik, Thriller
Gastkritiken
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Filmfacts
Herstellungsland
USA, Frankreich

Alternativ- bzw. Originaltitel
The Next Three Days




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